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EPFL Quartier Nord-D (25/2216)

Ecole - Eglise
Lausanne - Ecublens
EPFL Quartier Nord-D

STANDORT / PLANUNG

Ein „Stück Stadt“ – und nicht bloss ein neues Gebäude im Campus der ETH Lausanne. Der im Nordteil des Campus der ETHL auf dem Gebiet der Gemeinde Ecublens gelegene Gebäudekomplex stellt ein eigenes Viertel dieser „Wissenschaftsstadt“ dar, die für das Gedeihen der ETHL unverzichtbare Infrastrukturen umfasst. Der Komplex ist mit der Metrolinie M1, die Renens und Lausanne verbindet, gut erreichbar und beherbergt das Kongresszentrum SwissTech Convention Center (STCC) mit einem Hauptsaal, der bis zu 3000 Personen Raum bietet.
Das STCC nimmt einen Grossteil des „Quartier Nord“ für sich in Anspruch und ist gleichzeitig dessen Wahrzeichen. Der Komplex birgt ferner ein Wohnhaus für Studierende mit 516 Betten, den Bereich „Les Arcades“ mit Verkaufsläden und Dienstleistungsbetrieben rund um einen Platz sowie das SwissTech Hotel in unmittelbarer Nähe der Metrostation. Ein Parkhaus für 275 Fahrzeuge sowie ein öffentlicher Aussenbereich zwischen den beiden Gebäuden runden das Bild ab und legen den Grundstein für ein lebhaftes und weltoffenes Viertel.

Gemäss Patrick Aebischer, dem Präsidenten der ETHL, steht das Quartier Nord exemplarisch für die Absicht der ETHL, ihren wissenschaftlichen Mikrokosmos künftig vermehrt in dessen städtischer Umgebung zu verankern. Die ETHL folgt dem Beispiel anderer internationaler Universitätsgelände, die ihrerseits mannigfache Gesellschaftsfacetten abbilden: Der akademische Campus wird so zur Stadt innerhalb der Stadt und zum Sinnbild intellektuellen und gesellschaftlichen Wachstums.

Dank einer innovativen Finanzierungslösung sind Betrieb und Miete des Kongresszentrums gedeckt, das nicht ausschliesslich für wissenschaftliche und akademische Veranstaltungen zur Verfügung steht. Gewählt wurde das Modell einer öffentlich-privaten Partnerschaft: Der Bund, die HRS Real Estate SA (zuständig für die Planung und Realisierung des gesamten Viertels) sowie die beiden Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund LivingPlus und Credit Suisse Real Estate Fund Hospitality garantieren gemeinsam das ganze Bauvolumen über 225 Millionen Franken, die für den Bau des gesamten Quartier Nord nötig waren.
Verwaltet wird das neue Areal von der „Société pour le Quartier Nord de l’EPFL“ (Gesellschaft für das Quartier Nord der ETHL) als alleinige Mieterin der Gebäude. Das Bauland gehört dem Bund und wurde im Baurecht für die Dauer von 99 Jahren verpachtet. Realisiert wurde der Komplex vom Generalunternehmen HRS. 

PROJEKT

Wahrzeichen und belebter Campus. Das Kongresszentrum sieht aus wie ein geschliffener Stein und ist ein weitherum sichtbarer Blickfang. Seine metallische Aussenfläche, die sich aus der Innenraumaufteilung ergibt, scheint sich zunehmend vom Boden zu lösen und lässt Raum für grosse Fensterfronten an der Nord- sowie der Südseite (wo sich die Eingangshalle befindet), durch die der grosse Saal mit Naturlicht geflutet wird. Dank verstellbarer Wände und versenkbarer Sitze kann der grosse Saal als solcher für Bankette oder andere Anlässe genutzt oder aber in mehrere kleine Säle unterteilt werden.

Das STCC verfügt zudem über eine grosse Eingangshalle, die auch als Ausstellungsfläche genutzt werden kann, und im Untergeschoss befinden sich weitere Sitzungsräume, die über einen separaten Eingang erreichbar sind. Seine Tragstruktur besteht aus zwei grossen, dreidimensionalen
Querbalken aus Metall, die auf zwei Paar Serviceblö-cken aus Stahlbeton im Zentrum und im Nordflügel des Gebäudes ruhen. Im Südflügel sind diese Querbalken freitragend. Die Beschichtung aus natürlich anodisiertem Aluminium hebt sich von den behaglicher anmutenden Innenbelägen aus Naturholz ab. Die leichten Verkleidungen in den Innenbereichen kontrastieren ihrerseits mit der Wucht der senkrechten Stützen, der grossen Saalbalkone und der Eingangshalle. Obwohl sich das Kongresszentrum deutlich vom übrigen Komplex unterscheidet, lässt die Verwendung einheitlicher Materialien beide als Einheit erscheinen.

So wurden etwa die Fassaden der Unterkünfte mit Aluminiumfensterläden versehen. Während die dem öffentlichen Raum zugewandten Gebäude in metallenem Glanz erstrahlen, was den Status einer Technischen Hochschule hervorhebt, strahlen die Unterkünfte mit ihren farbigen Fassaden und ihren Innenhöfen Behag-
lichkeit aus.

Im Osten des Areals bilden die Studentenunterkünfte die Grenze des Quartier Nord und ziehen sich in Richtung Süden bis zur Metrohaltestelle. Geschäfte und Restaurants sind durch eine Überdachung ge-schützt, über der das Hotel und die Studierendenunterkünfte liegen.

Die Grösse des Gebäudes wird optisch verringert durch das variantenreiche Spiel mit Raumhöhen und -grössen. Nur die Hauptflügel des Gebäudes sind acht Stockwerke hoch. Die Aussenfassaden mit ihren Verschalungen aus Siebdruckglas und die eloxierten Aluminiumstoren beziehen sich klar auf das SwissTech Convention Center, während die farbigen Fensterlaibungen den lebendigen Innenhof erahnen lassen.

Die Studios liegen auf beiden Seiten entlang des Innengangs, der sich durch den Hauptflügel zieht. Hier wurden auch verschiedene Gemeinschaftsräume errichtet, um den Austausch unter den Studierenden zu fördern. Diese Räume sind jeweils ein oder zwei Stockwerke hoch und haben Wände aus bunten Faserzementplatten, in Anlehnung an das Kunstwerk „Le Chromoscope“ von Catherine Bolle.
Entlang der Zugangsgänge befinden sich Wohnungen für bis zu acht Studierende. Über die gemeinschaftlich genutzten Wohnräume gelangt man zu den Einzelzimmern, die alle mit eigenen Nasszellen bestückt sind.
Alle Zimmer sind nach aussen gewandt, die Lebensräume grenzen unmittelbar an die Zugangsgänge rund um die Innenhöfe. Die Fassaden der Innengänge sind vollständig mit Faserzementplatten bekleidet, die die Künstlerin Catherine Bolle von Hand bemalt hat und die das Werk „Le Chromoscope“ darstellen.

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